Projektberichte

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Innovative Instrumente zur Gestaltung globaler Logistiknetze

Art der Publikation: Projektbericht

Innovative Instrumente zur Gestaltung globaler Logistiknetze

Autor(en):
Horst Lautenschläger
Verlag:
Institut für Produktion und Industrielles Informationsmanagement, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
Nummer des Berichts oder Beitrags:
Nr 5
Ort(e):
Essen
Veröffentlichung:
2011
ISSN:
1866-9255
Sprache:
deutsch
Datei:
Innovative Instrumente zur Gestaltung globaler Logistiknetze (1,29 MB)
Zitation:
Download RIS

Kurzfassung

Der gegenwärtige Zustand der weltweiten Güterverkehrslogistik ist gekennzeichnet durch ausgereifte Techniken des Containertransports und modernste Mittel der Navigation. Die Überwindung traditioneller Strukturen des bilateralen Informationsaustausches dauert jedoch an. Sie ist Gegenstand langjähriger Wandlungsprozesse für eine Vielzahl von Beteiligten.

Im Bemühen um die Errichtung neuer Systeme zur erleichterten Zusammenarbeit zwischen Teilnehmern globaler Logistiknetze wurde deutlich, dass das bessere Gelingen eines Austausches toter Daten nur einen Teil der gesamten Innovationserfordernisse ausmacht. In einer lebendigen Gemeinschaft von Akteuren in wechselnden Arbeitsbeziehungen ist der Aufbau und die Pflege eines neutralen Community-Systems ebenso wichtig wie das „Justieren eines Change Managements entsprechend der bestehenden Kräfte von Kulturen, Abläufen und Machtstrukturen“.

Dies ist Teil einer Empfehlung der UN-Wirtschaftskommission für Europa, die den Ausgangspunkt der hier vorliegenden Analyse darstellt. Sie arbeitet Bedingungen heraus, die grundlegend für eine faire Zusammenarbeit von Logistikakteuren ist. Als kleine oder mittlere Unternehmen sind diese auf Strukturen flexibler und partizipativer Kollaboration angewiesen.

Die Analyse greift die Feststellung auf, dass Lieferkettensteuerung auf den Regeln einer guten Regierungsführung basieren muss, die den Werten einer interkulturellen Rücksichtnahme und der Nachhaltigkeit des geschäftlichen Handelns verpflichtet ist. Sie erläutert zunächst die Bedeutung der Herstellung eines starken Grundvertrauens aller Lieferkettenpartner in die Neutralität der gemeinsam zu nutzenden Medien und Werkzeuge sowie deren Betreiber. Hierzu führt sie aus, wie die vorhandene Infrastruktur an geänderte Rahmenbedingungen angepasst werden kann, und welche Hindernisse überwunden werden müssen.

Es folgen Beschreibungen von Praxisfällen aus dem beruflichen Erfahrungsumfeld des Autors. Diese verschaffen – unter Wahrung der Anonymität – einen seltenen Einblick in die Hintergründe des Verhaltens wichtiger Akteure. Es wird gezeigt, wie auf welche zweifelhaften Methoden diese zurückgreifen (müssen), um eine notwendige Änderung von Arbeitsbedingungen für ihre operativen Mitstreiter zu erreichen. Die Berichte dienen dazu, verbreitete Fehlhaltungen im oberen Management von Industrieunternehmen zu illustrieren und Methoden alternativen Handelns vorzustellen, die den Logistikverantwortlichen die Last der Organisation des permanenten Wandels verringern können.

Ergebnis der Ausführungen ist die Beschreibung von Methoden und Instrumenten, die Eingang in den Werkzeugkasten einer nachhaltigen Unternehmensführung und eines Logistikcontrolling finden sollen. Es wird verdeutlicht, wie es widerspruchsfrei gelingen kann, Kosten zu senken, nachdem einige Akteure animiert wurden, höheren Aufwand bei der Erbringung ihrer Leistung zu treiben. Für die Entwicklung des Instrumentariums für Supply Chain Governance spielt die vorliegende konzeptionelle Analyse über rechtliche, soziale und technische Rahmenbedingungen voraussichtlich eine zentrale Rolle.